Karl von Miltitz
Karl von Miltitz
Der aus dem sächsischen Adelsgeschlecht Miltitz stammende Karl von MILTITZ betritt die Bühne der frühen Reformationsgeschichte mit einer Unterredung, die er mit Martin Luther vom 04.01. bis 06.04.1519 in Altenburg führt. [1] Karl von Miltitz ist in jener Zeit Kämmerer und Nuntius des Papstes Leo X. Sein Auftrag lautet: Kurfürst Friedrich den Weisen dahingehend umzustimmen, dass er nicht mehr Luther unterstützt und auch Martin Luther selbst, ist ein Stillschweigeabkommen abzuringen.
Beim erste Treffen verhält sich Karl von Miltitz ambivalent Martin Luther gegenüber: einerseits herablassend, andererseits auch freundschaftlich und offen. Einen Widerruf der 95 Thesen fordert er von Luther nicht, jedoch sein Stillschweigen. Darauf geht Luther nur zögernd ein und lässt Miltitz wissen, dass er nur schweigen werde, wenn auch seine Gegner schweigen. Die Beiden trennen sich nach dem Abendessen, zu dem Miltitz Luther eingeladen hat. Beim Abschied ermahnt der päpstliche Diplomat unter Tränen Luther nochmals und gibt ihm einen kirchlichen Kuss mit auf den Weg. Luther wird nachträglich von "Krokodilstränen" und dem "Judaskuss" sprechen. [2]
Ein zweites Treffen findet am 09. Oktober 1519, auf dem Schloss zu Liebenwerda statt. Erfolg wird auch dieses Gespräch nicht haben, denn Martin Luther kann sich der Unterstützung vom sächsischen Kurfürst Friedrich dem Weisen mittlerweile noch sicherer sein, als beim ersten Treffen mit Miltitz. [3]
Für diese beiden Aufträge hat der Papstgesandte eine kostbare "Tugendrose" im Gepäck, die er dem Wittenberger Kurfürsten Friedrich III. von Sachsen, genannt Friedrich der Weise bereits im Jahr 1518 übergeben möchte, was aber verzögert wird, so dass die Übergabe erst am 26.09.1519 stattfindet. [1]
Der Kurfürst ist keineswegs begeistert von dieser Auszeichnung, denn er weiß um die Bedingung, die daran geknüpft ist: der Verrat an Martin Luther. So räumt er dem Papstgesandten keine Audienz ein, um das vergiftete Geschenk in Empfang zu nehmen. Zu dieser Zeit befindet sich die Rose bei den Fuggern in Augsburg. [4] Fabian von FEILITZSCH, der markgräfliche Gefolgsmann im Dienste Friedrich des Weisen, nimmt die Rose im Jahr 1519 in Gegenwart von 2 Rittern entgegen. [5]
Im Jahr 1520 bedankt sich Luther in einer Ausgabe der "Assertio Omnium Articulorum M. Lutheri, Per Bullam Leonis X. novissimam damnatorum" Fabian von Feilitzsch für sein Ideenreichtum und seine fromme Pflichterfüllung. Über Martin Luthers Grab, in der Wittenberger Schlosskirche, befindet sich das Wappen der Feilitzsch. [6]
Tugendrose
Eine Tugendrose, auch Goldene Rose oder Papstrose genannt, wird erstmalig vom Papst Urban II. im Jahre 1096 dem Grafen der historischen, in Frankreich gelegnen Provinz Anjou, übergeben. Sie wird nur einmal im Jahr, für besondere Dienste an der römisch-katholischen Kirche, vergeben.
Gefertigt ist diese päpstliche Auszeichnung zumeist in Silber, das vergoldet wird. In ihrer klassischen Form sind 6 Rosenblüten an Rosenzweigen mit verschiedenen Essenzen gefüllt, die einen wohlriechenden Duft verströmen. Für das Bouquet wird z.B. Weihrauch, Balsam, Myrrhe und Moschus verwendet. Es gibt immer wieder auch Abwandlungen der klassischen Tugendrose, wie zum Beispiel eine Variante mit 9 Blüten und Saphieren, wie sie dem Stadtrat von Florenz im Jahre 1417 übergeben wurde.
Damals waren derlei Rosen nur Männern vorbehalten, was sich aber im 14. Jahrhundert änderte. Von da an wurden Männer meist mit dem Papstschwert für ihre Verdienste an der katholischen Kirche ausgezeichnet. [7]
| **!** Der Absatz über die päpstliche Goldene Rose enthält noch relativ wenig Informationen. Vielleicht wissen Sie mehr darüber. Erstellen Sie hier Ihr kostenloses Benutzerkonto und teilen Sie Ihr Wissen mit Anderen! |
Dies und Das
- Die ältesten erhaltenen Papst-Rosen stammen aus dem 14. Jahrhundert und sind an den Blüten mit Saphiren besetzt. [2]
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